zurück

 

Schule und Studium in Paris

 

Etwa ein Jahr nach Balzacs Rückkehr aus dem Schulkerker Vendôme wurde sein Vater nach Paris versetzt, die Familie übersiedelte und Balzac wurde in einer Tagesschule, dem Institut Lepitre, angemeldet, um sich auf ein Studium in der Sorbonne vorzubereiten.

Das Jahr 1814 war für die Geschichte Frankreichs schicksalhaft: Kaiser Napoleon musste aufgrund seiner verlorenen Feldzüge abdanken, ging ins Exil nach Elba, und der Bourbonen König Ludwig XVIII erhob sich wieder in den Thron.

Dies sollte sich bereits ein Jahr später wieder ändern: Viele kennen die Geschichte: Napoleon floh von Elba, versuchte nochmals 100 Tage zu regieren und musste dann für immer Paris zur Verbannung nach St. Helena verlassen.

König Ludwig XVIII kehrte auf den Thron zurück und gründete die erste konstitutionelle Monarchie - nach britischem Vorbild - auf dem Festland. (Der Frankreich Brockhaus, Wiesbaden, 1982)

Während dieser Zeit besuchte Balzac ohne Ehrgeiz und mit miserablen bis mittelmäßigen Zeugnissen das Institut Lepitre. Von 35 Schülern schloss er als 32ster die Lateinprüfung ab, bestand jedoch zur Überraschung aller die Aufnahmeprüfung für die Universität Sorbonne.

Von seinen Eltern wurde er gedrängt, Jura zu studieren und schrieb sich im November 1816 an der Universität Sorbonne ein. Sein Vater war der Auffassung, dass sein Sohn die Studien am besten gleich mit der praktischen Erfahrung verbinden sollte und brachte ihn als Schreiber beim Advokaten Guyonnet de Merville unter. Zwei Jahre später wurde er von seinen Eltern in die Kanzlei des Notars Passez gesteckt, und damit und dem Abschluss des ersten Jura-Examens (dem Baccalauréat) schien seine bürgerliche Karriere als Jurist besiegelt. Seine Eltern stellten sich vor, dass er bald Associé des Notars würde und nach dessen Tod die Kanzlei übernähme.

 

zurück