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Die Schule in Vendôme

Die Schulzeit, die für Balzac mit acht Jahren begann, stellte sich als schwerstes Leiden heraus. Er wurde von seinen Eltern in das ehemalige Klosterinternat von Vendôme, eine Art "Erziehungsknast", abgeschoben.

Wie es ihm dort erging, beschreibt er in seiner Erzählung "Louis Lambert".

Die Schule in Vendôme endete 1813 für Balzac mit einem Nervenzusammenbruch.

Balzac wurde von einem der unterrichtenden Priester, Pater Haugoult, während der ganzen Schulzeit fortgesetzt schwerstens misshandelt und geschlagen. Als er wieder einmal gequält und gedemütigt worden war, brach die Gegenwehr in ihm hervor, und er schlug zurück.

Für diese Tat erhielt er die schlimmste Strafe, die man in Vendôme kannte: eine Woche mittelalterlicher Stock. Sieben Tage und sieben Nächte wurde Balzac in einem Einzelkerkerraum mit Armen und Beinen in ein schweres Holzbrett eingespannt, so dass er sich nicht mehr bewegen konnte.

Nach dieser Woche litt er unter einem schweren Schock, war schwach und ausgemergelt, konnte nicht mehr sprechen.

Er wurde der Schule verwiesen und lebte fast vier Monate stumm in diesem Zustand der Apathie. Danach kam er langsam wieder zu Kräften, seine Zeit in Vendôme war vorbei, und er lebte abwechselnd bei seinen Eltern und bei einem Freund seiner Eltern, Monsieur de Margonne, auf dessen Landgut Saché, wo Balzac auch zu späteren Zeiten immer wieder Ferien machte, schrieb oder sich ausruhte.

                                       

                                Schloss Saché 

 

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