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Heiratspläne

 

Balzac war auch nach der räumlichen Trennung von Evalina nach wie vor sicher, dass er sie bald heiraten würde und begann, ein passendes Haus in Paris zu suchen, in welchem er und seine Zukünftige wohnen könnten.

1846 kaufte er für 50000 Francs ein herrschaftliches Haus in der Rue Fortunée (heute Rue Balzac) und richtete es in seinem unvergleichlichen Stil aus Kitsch und Kunst ein.

 

     

La maison de Balzac, rue Fortunée, 1880, Bild von Paul Joseph Victor Dargaud (im Balzac-Museum, Paris)

Die heutige Rue Balzac, ehemals Rue Fortunée, ist eine kleine Seitenstraße der Champs Elysees, wenige 100 Meter vom  Arc de Triomphe entfernt gelegen. Das Balzacsche Haus existiert heute nicht mehr. In der Straße befinden sich heute das Kino "Le Balzac" und das hübsche Hotel "Balzac" (siehe unten, Fotos von B. Licht)

 

 

 

Sein Haus in Passy behielt er als Arbeitswohnung.

Auch leistete er sich den Coup, seine Rechte am Gesamtwerk "Die menschliche Komödie" an einen renommierten Verleger namens Hetzel zu verkaufen, um seinen Schuldenberg zu verringern. All dies tat er natürlich im Hinblick auf die baldige Heirat mit Evalina.

Evalina hatte in der Zwischenzeit wenig an Balzac gedacht, hatte sich in Polen gut amüsiert und hatte Spaß daran gefunden, ihren Gutshof in Wolynien zu verwalten und zu regieren.

Als ihr Balzac schrieb, dass er sie bald in Polen besuchen kommen wollte, hatte sie gerade eine Phase, in der sie sich langweilte, und so fand sie die Idee reizvoll. Sie schrieb ihm eine Nachricht, die allein aus dem Wort "Komm!" bestand.

Bevor Balzac für zwei Jahre, mit Unterbrechungen, nach Wierzchownia gehen sollte, übergab er die Hausverwaltung seines hübschen, teuren Hauses in der Rue Fortunée seiner Mutter. Dann machte er ein Testament, in welchem er alles Evalina vermachte mit der Klausel, dass sie seiner Mutter eine Rente zu bezahlen hätte. Der Notar, der das Testament aufsetzte schüttelte natürlich den Kopf über seinen irren Kunden, der nichts außer einem Schuldenberg und Rechten an Romanen zu vererben hatte.

 

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