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Die Beziehung zwischen Balzac und Evalina von Hanska nach dem Tod des Grafen v. Hanski

 

Der Briefwechsel zwischen den beiden, Balzac und Evalina, die sich in Genf und Wien einander versprochen hatten, kühlte mit den Jahren merklich ab, und die Beziehung sollte erst wieder auflodern, als Graf von Hanski in 1841 starb.

Als Balzac Nachricht davon erhielt, wollte er am liebsten sofort nach Polen aufbrechen. Alle Projekte, z. B. sein größtes Schreibprojekt "Die menschliche Komödie", welches er gerade im Jahr 1840 konzipiert hatte, geriet plötzlich in den Hintergrund.

Nur noch die möglichst baldige Verheiratung mit der Witwe Evalina war wichtig. Doch Evalina erteilte ihm eine Absage, mit der Begründung, dass sie in Trauer sei und gerade jetzt besonders viele Verpflichtungen wie z. B. die Erbschaftsregelung und alleinige Verwaltung des riesigen Gutshofes zu erledigen hätte.

Achtzehn Monate belagerte Balzac Evalina mit Bettelbriefen, sie besuchen zu dürfen und bekam schließlich die Erlaubnis, sie im Juli 1843 in St. Petersburg zu treffen, wo sie erbitterte gerichtliche Erbschaftsstreitigkeiten auszustehen hatte.

Balzac trat die lange Reise mit einem englischen Dampfschiff an, welches von Le Havre ablegte. Neun Jahre hatten sich unsere beiden Liebenden nicht gesehen. Balzac hatte sich ausgemalt, dass Evalina ihn sofort heiraten würde und hatte sich die nötigen Papiere für eine Hochzeit bereits in Paris besorgt.

Doch in St. Petersburg musste er von Evalina erfahren, dass, sobald eine russische Untertanin einen Ausländer heiratete, ihr gesamtes Vermögen dem Zaren zufiel.

Zudem hatten sich Verwandte des verstorbenen Grafen von Hanski gegen Evalina gewandt und hatten es darauf abgesehen, Evalina das riesige Erbe zu entreißen.

Dann hatte Evalina Erkundigungen über Balzacs Schulden angestellt und erfahren, dass sie sich mittlerweile etwa auf 2 Millionen Francs beliefen.

So knüpfte Evalina eine eventuelle Eheschließung mit Balzac an bestimmte Bedingungen. Zunächst wollte sie sich das Erbe sichern, danach wollte sie ihre einzige Tochter Anna gut verheiraten, und Honoré sollte in der Zwischenzeit seine Schulden bezahlen, was natürlich utopisch war.

 

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