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Ende der Anwaltskarriere

 

Als Balzac sein Jura-Studium an der Sorbonne beendete und 1818 seine Stelle in einer Anwaltskanzlei antrat, könnte die Geschichte vom schriftstellerischen Genie Balzac vorzeitig enden, doch Schöpfergeist verträgt sich mit einer solchen bürgerlichen Existenz nicht und muss - wie auch immer - ans Tageslicht kommen.

Bereits während seiner Kindheit las Balzac sehr viel (er konnte schon mit 4 Jahren lesen und soll angeblich die Fähigkeit besessen haben, fotographisch ganze Seiten in ihrem Sinngehalt aufnehmen zu können, was ihm später, beim Korrekturlesen seiner eigenen Bücher sehr zugute kam).

Etwa zu dieser Zeit las er das Buch "Ivanhoe" von Sir Walter Scott. Dies war das Buch, welches in Balzac den unbändigen Wunsch hervorbrachte, ebenfalls Schriftsteller werden zu wollen. Er schrieb später einmal:

"Wenn ich eine Stellung annehme, bin ich verloren. Ich würde ein Kommis werden, eine Maschine, ein Zirkuspferd, das seine 30 oder 40 Touren im Kreise macht, trinkt, frisst und schläft, zu den vorgeschriebenen Stunden; ich würde ein Allerweltsmensch werden. Und das nennt man dann noch leben: dieses mühlsteinartige Rotieren, diese ewig gleiche Wiederkehr der ewig gleichen Dinge." (Zweig, Frankfurt am Main, 1959, S. 42)

In diesem Gefühl springt er im Frühjahr 1819 eines Tages plötzlich vom Schreibtisch beim Notar einfach auf, lässt alle angefangenen Arbeiten liegen und verlässt seine juristische Tätigkeit für immer.

 

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