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Öffentliches Leben als berühmter Dichter

 

Zwischen seinen Zeiten der intensiven Arbeit am Schreibtisch trat Balzac immer wieder auch in der Öffentlichkeit auf. Er ließ sich vom Schneider Buisson die irrsten Klamotten schneidern, in denen er aussah wie ein Papagei. Sein himmelblauer Gehrock mit den riesigen goldenen Knöpfen und seine kanariengelbe Hose wurden über alle Grenzen sein Markenzeichen, genauso wie seine Sammlung ausgefallener Spazierstöcke.

Durch seine Auftritte in der Öffentlichkeit wurde sein Privatleben zur Legende:

dem Rauschgift sollte er verfallen sein, eine schwarze Sklavin sollte er sich halten, ein Mitglied der Päderasten-Gesellschaft sollte er sein. Frauen erzählten detaillierte Schilderungen über ein Verhältnis mit ihm usw.

Balzac-Karrikaturen       

Teilweise kursierte auch das Gerücht, er sei in Wirklichkeit eine Frau.

Das durch die Schreiberei verdiente Geld gab er schneller für den verrücktesten Schnickschnack und Luxus aus, als er es einnahm. Er ließ sich von den Verlegern und Zeitungsredakteuren grundsätzlich immense Vorschüsse für Schriften geben, von denen noch nicht einmal die Idee existierte.

Als er sich bei seiner Freundin Zulma einmal auszuweinen versuchte, schrieb sie ihm: "Ich kann Sie nicht bedauern. Sie scheinen sich sehr wohl zu fühlen mit Ihren Schulden. Sie wären unglücklich, wenn Sie keine hätten. Das Bewusstsein, verschuldet zu sein, ist für Sie ein Stimulans, stärker als Ihre Ruhmsucht." (Gorham, Stuttgart - Zürich - Salzburg, ohne Jahresangabe, S. 303)

Der Verwalter seiner Altschulden aus den Pleiteunternehmen, der Vetter Sédillaud, hatte z.T. unverschämt hohe Zinsforderungen auf die Schuldbeträge anerkennen müssen (10-15 %), und so bezahlte Balzac auf viele Beträge kaum Abtrag sondern fast nur Zinsen zurück, so dass sein Schuldenberg nicht weniger wurde.

 

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